Ergebnisse der PISA Studie 2018

Ergebnisse der PISA Studie 2018

Die internationale Schulleistungsstudie PISA erfasst seit 2000 alle drei Jahre die Kompetenzen von 15-Jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften. Die Ergebnisse der PISA Studie 2018 wurden heute veröffentlicht. Es haben rund 600.000 Schülerinnen aus 79 Ländern an der internationalen Vergleichsstudie teilgenommen. In Deutschland wurden ca. 5500 Schüler*innen der neunten Klasse aller Schultypen befragt.

Seit dem sogenannten „PISA-Schock“ von 2001 hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Vergleicht man Deutschland mit sich selbst so haben die Schüler*innen Ihre Kompetenzen deutlich steigern können. Fakt ist auch: Im Vergleich zu den anderen Ländern ist Deutschland immer noch „nur“ im oberen Mittelfeld. Denn viele andere Länder haben eben auch stetig Ihre Leistungen verbessert. Aktuell erreicht Deutschland Platz 20 von 79 Ländern. Im Vergleich zu der letzten Studie sind die Ergebnisse aber wieder schlechter ausgefallen.

Aktueller Schwerpunkt war die Lesekompetenz. Wie gut sind Schüler*innen in der Lage Texte zu verstehen und sich aus vorgegebenen Texten Informationen herauszufiltern? Wie gut verstehen Sie Textaufgaben und Schulbuchtexte? Erstmals wurde auch die digitale Lesekompetenz / digitales Leseverständnis untersucht. Hier wurde zum Beispiel geschaut, wie gut Schüler*innen Texte aus einem Chatverlauf verstehen und verarbeiten können.

Wo stehen wir mit den Schulleistungen? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

  • Im Vergleich zu der vorherigen Studie nimmt Deutschland einen oberen Mittelfeldplatz ein und ist etwas besser als der OECD Durchschnitt. Bei der Lesekompetenz erreichen unsere Schüler*innen Platz 15. Die obersten Plätze bei der Lesekompetenz belegen Estland, Irland und Finnland.
  • Der Abstand zwischen „guten“ und „weniger guten“ Schüler*innen ist im internationalen Vergleich groß. 11 % erreichen bei der Lesekompetenz die beiden höchsten Kompetenzstufen. 21 % befinden sich am unteren Ende.
  • Schlechtes Ergebnis bei der Chancengerechtigkeit. Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen dem sozialen Status und der Lesekompetenz. Schüler*innen aus Familien mit einem niedrigen Bildungsniveau haben eine geringere Lesefähigkeit, als Schüler*innen aus Familien mit einem hohen Bildungsniveau.
  • Jeder dritte Schüler hat, den Ergebnissen zufolge, wenig Lust am Lesen. Schüler*innen tun dies häufig nur, wenn Sie müssen, um gezielt an die nötigen Informationen zu kommen. Nur einer von zwanzig Schüler*innen gehört zu den Viellesern und liest aus Spaß und Interesse.
  • Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sind geringer geworden. Mädchen waren jahrelang im Lesen kompetenter, als die Jungen. Die Differenz ist nicht mehr so stark ausgeprägt, denn der Anteil der lesestarken Jungen hat sich verdoppelt.

In der Summe brauchen wir uns für das Ergebnis nicht zu schämen und doch könnte es besser ausfallen. Die Leistungen der deutschen Schüler*innen ist nicht der Anspruch, mit dem Schule in Deutschland gemacht wird. Als eines der führenden Industrienationen wollen wir bei den Schulleistungen ganz vorne mitspielen. In Zukunft wird es für die 15-Jährigen auch nicht einfacher werden. Neue Kompetenzbereiche wie digitale Kompetenzen und Fähigkeiten zum Modellieren und Programmieren werden vermutlich Gegenstand der Befragung werden. Die Schule als zentrale Sozialisationsinstanz hat die Aufgabe Ihren Schüler*innen Hilfestellungen im Bereich der Lesekompetenz und vor allem der digitalen Kompetenzen zu geben. Themen wie die Digitalisierung und der DigitalPakt Schule können einen Beitrag zu positiven Veränderungen leisten und Deutschland weiterhin nach vorne bringen. Aber damit alleine ist es nicht getan. Es bedarf weiterer Impulse. Eines der wichtigsten Ziele bei der Vermittlung von Medienkompetenz muss es sein, Mediendidaktik fest in die Schulstrukturen zu integrieren.

Quelle: OECD (2019): Programme for International Student Assessment (PISA). PISA 2018 Ergebnisse. URL: http://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/PISA2018_CN_DEU_German.pdf [abgerufen am 03.12.2019].