Schulschließungen durch Corona – Ein Erfahrungsbericht von Jan-Martin Klinge zu Microsoft Teams

Schulschließungen durch Corona – Ein Erfahrungsbericht von Jan-Martin Klinge zu Microsoft Teams

Jan-Martin Klinge ist Lehrer einer 5. Klasse, Teil der Schulleitung an der Gesamtschule auf dem Schießberg in der Nähe von Siegen und Blogger (www.halbtagsblog.de). Die Gesamtschule auf dem Schießberg hat sich schon vor ca. einem Jahr der Herausforderung der Digitalisierung angenommen. Wir haben Herrn Klinge zum Unterrichten mit Microsoft Teams in Zeiten von Corona und Schulschließungen interviewt. 

ThinkRED: Herr Klinge, welche Tools sind in Zeiten von Corona und Schulschließungen für Sie am nützlichsten? 

Jan-Martin Klinge: Für mich ist derzeit das nützlichste Tool Microsoft Teams, da wir sowohl innerhalb des Kollegiums, als auch mit den Schüler*innen so die Kommunikation aufrecht erhalten können. Die ganze Schule und damit auch alle Kolleg*innen nutzen Microsoft Teams gleichermaßen und so gibt es bei uns klare Kommunikationswege und keinen Wildwuchs.  

ThinkRED: Warum ist gerade das Tool für Sie am nützlichsten?  

Jan-Martin Klinge: Für mich hat die Institution Schule sehr viel mit Kommunikation zu tun, denn die Kommunikation mit den Schüler*innen ist die wichtigste Aufgabe, die Schule hat. Wir sind dafür da, den Kindern und Jugendlichen einen Rahmen zu geben und sie zu begleiten. Häufig haben Eltern kaum ausreichende PC-Kenntnisse, um Ihre Kinder im Umgang mit digitalen Medien angemessen unterstützen zu können, zum Beispiel im Umgang mit einem PDF-Dokument. Für diese Kinder ist die Kommunikation essenziell. Dafür bedarf es in Zeiten von Schulschließungen einen geeigneten Kanal und den bietet für uns Microsoft Teams.  

ThinkRED: Sie arbeiten an einer Schule, die sich schon länger mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Hat Sie das in gewisser Weise auf die Schulschließungen durch Corona vorbereitet?  

Jan-Martin Klinge: Unsere Schule beschäftigt sich schon seit gut 1,5 Jahren mit Digitalisierung. Zum Beispiel sind alle Schüler*innen des 5. Jahrgangs mit Microsoft Surfaces ausgestattet und arbeiten täglich mit diesen Geräten. Alle Kolleg*innen mussten sich zwangsläufig mit der Anwendung von PC‘ s im Unterricht und der zugehörigen Software auseinanderzusetzen. Zudem nutzen wir innerhalb des Kollegiums und der Verwaltung Teams als zentrale Kommunikationsplattform. Alle Kolleg*innen wissen daher um die Vorteile der Plattform und haben die App auf ihrem Handy, Tablet oder PC installiert. Die gesamte Kollegiums-Kommunikation verläuft über Teams und nicht mehr über WhatsApp oder andere Messenger.

ThinkRED: Wie haben Sie Ihr Kollegium und die Schüler*innen auf die Schulschließungen vorbereitet? 

Jan-Martin Klinge: Als am 13.3. bekannt wurde, dass die Schulen bis auf Weiteres geschlossen bleiben, haben wir in einer „Hauruck-Aktion“ allen Schüler*innen einen kostenlosen Office 365 Account angelegt. Freitags findet bei uns immer eine Klassenlehrerstunde statt. Diese haben wir genutzt, um die Schüler*innen auf die Schulschließung vorzubereiten und ihnen Teams und die Funktionsweisen kurz per Beamer zu erläutern. Zudem hatten wir schon Videos zum Einstieg in die Nutzung der App vorproduziert und haben diese dann einfach auf unsere Webseite eingebunden.  

ThinkRED: Wie ging es nach der Schulschließung für Sie weiter? Haben alle Schüler*innen den Weg zu Teams gefunden? 

Jan-Martin Klinge: Das hat alles erstaunlich gut funktioniert. Wir Klassenlehrer*innen haben uns darum gekümmert. Wir „treffen“ uns klassenweise jeden Vormittag mit den Schüler*innen im Chat. In den ersten Tagen haben es ca. 90% gleich geschafft, sich Teams herunterzuladen und den Account freizuschalten. Bei den anderen 10% hat es ein bisschen gedauert. Binnen der ersten Woche konnten wir aber alle Schüler*innen einbeziehen.  

ThinkRED: Welche Chancen sehen Sie nach Corona und dem Homeschooling für den Einsatz solcher Plattformen?  

Jan-Martin Klinge: Wir arbeiten ja ohnehin schon sehr digital an unserer Schule und nutzen z.B. OneNote als Kurshefte. Diese Kursnotizhefte kann ich per Teams teilen und einsammeln. Als Lehrkraft kann ich dort Aufgaben reinschreiben oder Anmerkungen machen. Zudem kann ich die von den Schüler*innen erledigten Aufgaben per Teams wieder einsammeln. Ferner sehe ich großes Potential im Bereich Projektunterricht, um auch Schüler*innen aus unterschiedlichen Klassen oder Kursen gemeinsam an einem Projekt arbeiten zu lassen.  

ThinkRED: Wie ist Ihre Schule lizensiert? Haben alle einen bezahlten Office 365 Zugang?  

Jan-Martin Klinge: Alle Lehrkräfte haben eine Office Lizenz. Für die Schüler*innen reicht uns bisher der kostenlose A1 Plan mit der Online-Version von Office völlig aus. Jedoch würde ich mir wünschen, dass wir gerade für die höheren Jahrgänge, vor allem dann, wenn es um Berufsvorbereitung geht, auch Word, PowerPoint und Excel vollumfänglich nutzen könnten.  

ThinkRED: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Klinge.